Geschichte MF

Das Marburger Feh wurde ab 1912 von der Züchterin Sandemann in Marburg herausgezüchtet. Franke schreibt, jedoch ohne seine Quellen zu belegen, dass L. Peters, Hausmeister der Ohrenklinik in Marburg, ein fehfarbiges Tier in einem Wurf Havannakaninchen vorfand und dieses einem damals 11 jährigen Nachbarsjungen schenkte, der bald darauf das Interesse daran verlor und das Tier an seine Tante, die bereits erwähnte Frau Sandemann weitergab, die durch erneute Kreuzungen weitere fehfarbige Tiere erzielen konnte.

Die Anerkennung der Rasse erfolgte in Deutschland 1916. Der Name der Rasse ergibt sich aus der Heimatstadt der Züchterin sowie aus der (gewünschten) Ähnlichkeit des Fells mit dem des Sibirischen Eichhörnchens, das im Pelzhandel als Feh geführt wird. In der Anfangszeit der Kaninchenzucht war häufig das Bestreben, Rassen zu züchten, mit deren Fell man den Pelz edlerer Pelztiere imitieren konnte. Bis auf gewisse farbliche Ähnlichkeiten ist dies jedoch nicht gelungen, allerdings führen diverse Kaninchenrassen das Vorbild im Namen.

Joppich schreibt, dass fehfarbige Tiere bereits früher in Würfen von Havannakaninchen auftauchten, dann aber meist nicht beachtet wurden. Er führt dies auf frühe Einkreuzungen von Blauen Wienern und Blauen van Beveren in die niederländischen Havannakaninchen zurück. Betrachtet man die Genetik der Fellfarben erscheint dies plausibel: das Havannakaninchen hat die Erbformel ABcDg bzw. abCDE, während die Blauen Wiener wie auch die Blauen van Beveren die Erbformel ABCdg bzw. aBCdE besitzen. Es ist durchaus denkbar, dass die rezessive Form des Verdünnungsfaktors (d sowohl deutsche als englische Symbolik) unerkannt in einigen Havanna verblieben ist, und bei zufälliger Paarung spalterbiger Elterntiere dann in Würfen der Havannakaninchen fehfarbige Tiere auftauchten.

Besucher-Zähler

Besucher seit 01.01.2017